herlambang bayu aji

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„An_ima(l)gination" ist eine Linolschnitte Serie von Herlambang Bayu Aji. Der Titel der Serie nimmt Bezug auf

die chimärischen Tierwesen, die auf Ajis Linolarbeiten zu sehen sind. Der Neologismus, An_ima(l)gination,

spielt mit den englischen Begriffen für ‚Tier‘ und ‚Vorstellung‘ und beschreibt die Verbindung

unterschiedlicher Tierelemente. Schon in der alten chinesischen Mythologie ist ein solches Wesen zu

finden. Bevor der spätere Gelehrte Konfuzius geboren wird, erscheint seiner Mutter das Qilin. Ein Qilin hat

einen Drachenkopf, Schuppen einer Schlange, den Körper eines Hirsches und magische Kräfte.

Die Erscheinung des Qilin ist ein gutes Vorzeichen. Seit der Antike ist auch ein tierisches Mischwesen

in Bayerischen Wäldern zu Hause, der Wolpertinger, der sich durch den Körper eines Hasen, ein

Hirschgeweih und Eulenflügel auszeichnet und äußerst scheu und zurückgezogen lebt.

 

Die zoomorphen Collagen von Beauvais Lyons zeigen tierische Mischwesen. Die Lithographien aus

der akademischen Periode erinnern an zoologische Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert und

suggerieren wissenschaftliche Beweise, obwohl es diese Tiere auf den Lithographien so nicht gibt.

Tatsächlich enttarnen sie die konstruierte Neutralität, die einer Darstellung allein durch den

akademischen Kontext oder das künstlerische Medium zugeschrieben wird.

 

Die Wesen auf den Linolschnitten Herlambang Bayu Ajis sind ebenfalls aus Körperelementen

unterschiedlicher Tiere zusammengesetzt. Die Tierwesen entstammen der Phantasie und alle

tierischen Körperelemente stehen symbolisch für Charakterzüge, die der Künstler bei Menschen in seiner

Umgebung beobachtet hat. Diese hat Aji miteinander verbunden und in seine Tierbilder übertragen.

Es sind menschliche Wesenszüge in Tiergestalt. Einem Haifisch wachsen Flügel, einem Pinguin

Krakenarme und die Kuh kann mit ihrem Fischschwanz schwimmen. Die Tierkörper stehen für die

spontane Flexibilität, für neugefundene Handlungsoptionen, die aus der Erfahrung heraus entstehen,

dass die eigene Sicht der Dinge nicht als Norm anzunehmen ist. Es sind Eigenschaften, Versatzstücke der

Identitäten, die Menschen im Laufe des Lebens einnehmen. Durch unerwartete Ereignisse wie durch

den Wechsel des eigenen Wohnortes stehen Menschen unbekannten Denkstrukturen und

Kausalmustern gegenüber.


Die Auseinandersetzung mit Ungewohntem bedeutet hierbei immer einen persönlichen

Zugewinn. An_ima(l)gination  ist ein künstlerischer Kommentar zu den Erlebnissen, die Ajis Umzug aus

seiner Heimatstadt Solo in Indonesien nach Berlin in Deutschland erfordern.


Camilla Kussl, 2017

 

Fly Manis Javanica
15 cm x 21 cm
Oil on paper
Prints used lino cut with reduction processes/methods
Numbered and signed
2017
three editions are available for this colors combination



E-CATALOG OF AN-IMA(L)GINATION IS AVAILABLE FOR YOU. GET IT NOW FOR FREE!!!

Please go to contact and ask me, if you want to get the e-catalog of my works series An_ima(l)gination. I will send it to you in .pdf per e-mail.







Gallery Lukisan participating at the Affordable Art Fair in Brussels, February 16-20, 2017. My lino cut prints (see below) will be showed in their Booth together with other interesting artworks from other Indonesian artists. More Information about Gallery Lukisan you can find on their website on http://www.lukisan.nl/

Thank you Mas Mathew for your review of our Performance. 


Source: http://indonesianperformance.blogspot.de/2016/11/collaborating-balinese-gender-wayang.html


Tuesday, November 29, 2016 

Collaborating Balinese Gender Wayang and Shadow Puppetry at SOAS, 27 November 2016

After a hiatus of more than 2 years, I am finally prompted to return to blogging. It's not that I haven't seen or been involved in Indonesian performances worth blogging about - far form it - but I have been overwhelmed with other things. (Not least our baby Leah.)

On Sunday night 27 November we attended an evening of new compositions for Balinese gender wayang with accompanying shadow puppetry performed by the Berlin-based puppet maker and puppeteer Herlambang Bayu Aji.


This event, organised by the London-based musician and composer Aris Daryono, was the latest in a series of annual concerts of new work for gamlean. While in past years concerts have involved only Javanese instruments, this year it took the form of work for gender wayang, played by Nick Gray and friends. Unusually also, this year there was a wayang element, with Mas Bayu flying in from Berlin to rehearse with the ensemble and some of the composers.

I spent a day hanging out with Mas Bayu, visiting museums in London and talking wayang. He had worked with Mas Aris in Berlin in the past and was brought in to put together a contemporary play using puppets and ideas developed for past performances in Germany on the themes of ecology and refugees. One of the conditions was that the play could contain no dialogue or narration or text of any sort - the focus had to be kep on the music - which he said was quite a challenge.

The performance, as in other recent performances of Mas Bayu in Germany, involved a combination of live shadow puppetry (using Wayang Rajakaya puppets made in Solo from buffalo hide around 2010 and black cardboard puppets made more recently in Germany) and projected images and simple animations.

The highlight for me was the final scene set in London - indicated by the projected image of the Houses of Parliament and Big Ben. To a score by my old friend Simon van der Walt of monotonous clock-like ticking (one gender beater against the other) and big unison chords (reminiscent of the chiming of a clock) the refugee animals arrive one by one before the desk of a bureaucrat who is scribbling away, They entreat him but one after the other they are shooed off, and wait in a line for him to respond.



At a post-performance discussion (which we had to leave early as it was way past our daughter's bedtime, Mas Bayu was asked about the narrative, He was initially resistant to supplying his understanding of the story, giving the standard answer that every person could make a story as they please. But he eventually broke down and related how this was the story of animals displaced from their natural environment who take refuge in a city already over-crowded with refugees. One of the more unusual puppets was a tiny airplane. I, for one, could not possibly have guessed this was a vehicle engineered by the animals so they could travel to the metropole to plead their case! Mas Bayu was asked how the story ended. He said that he would leave that up to the imagination of each spectator.


Writen and Photo by Matthew Isaac Cohen

see his blog at: http://indonesianperformance.blogspot.de/ 








An_ima(l)gination 


als sie eins wurden, erblickten sie neue Horizonte 


zeigt Linolschnitte von Herlambang Bayu Aji und textile Arbeiten von Niyah Rosfita 

Dewi und Y. M. Adhimiharja. Die Ausstellung ist vom 21.10.2016 bis 20.11.2016 im 

Projektraum Art.endart, Drontheimer Straße 23, 13359 Berlin, zu sehen. 


Der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf die chimärischen Tierwesen, die auf Ajis 

Linolarbeiten zu sehen sind. Der Neologismus spielt mit den englischen Begriffen für 

‚Tier‘ und ‚Vorstellung‘, wobei die Verschachtelung der beiden Worte auf die 

Zusammenarbeit der drei KünstlerInnen hinweist: Linoldruck trifft auf Batik, Stoff und 

Schere und daraus entsteht etwas Neues. Adhimiharja und Dewi haben die 

Linolschnitte Ajis als Material für eigene Arbeiten genutzt. 


Die Idee, dass unterschiedliche Tierelemente miteinander kombiniert werden, hat 

Tradition. Schon in der alten chinesischen Mythologie ist ein solches Wesen zu finden. 

Bevor der spätere Gelehrte Konfuzius geboren wird, erscheint seiner Mutter das Qilin. 

Ein Qilin hat einen Drachenkopf, Schuppen einer Schlange, den Körper eines Hirsches 

und magische Kräfte. Die Erscheinung des Qilin ist ein gutes Vorzeichen. Seit der 

Antike ist auch ein tierisches Mischwesen in Bayerischen Wäldern zu Hause, der 

Wolpertinger, der sich durch den Körper eines Hasen, ein Hirschgeweih und 

Eulenflügel auszeichnet und äußerst scheu und zurückgezogen lebt. 


Die zoomorphen Collagen von Beauvais Lyons zeigen tierische Mischwesen. Die 

Lithographien aus der akademischen Periode erinnern an zoologische Darstellungen 

aus dem 19. Jahrhundert und suggerieren wissenschaftliche Beweise, obwohl es diese 

Tiere auf den Lithographien so nicht gibt. Tatsächlich enttarnen sie die konstruierte 

Neutralität, die einer Darstellung allein durch den akademischen Kontext oder das 

künstlerische Medium zugeschrieben wird. 


Die Wesen auf den Linolschnitten Herlambang Bayu Ajis sind ebenfalls aus 

Körperelementen unterschiedlicher Tiere zusammengesetzt. Die Tierwesen 

entstammen der Phantasie und alle tierischen Körperelemente stehen symbolisch für 

Charakterzüge, die der Künstler bei Menschen in seiner Umgebung beobachtet hat. 

Diese hat Aji miteinander verbunden und in seine Tierbilder übertragen. Es sind 

menschliche Wesenszüge in Tiergestalt. Einem Haifisch wachsen Flügel, einem Pinguin 

Krakenarme und die Kuh kann mit ihrem Fischschwanz schwimmen. Die Tierkörper 

stehen für die spontane Flexibilität, für neugefundene Handlungsoptionen, die aus der 

Erfahrung heraus entstehen, dass die eigene Sicht der Dinge nicht als Norm 

anzunehmen ist. Es sind Eigenschaften, Versatzstücke der Identitäten, die Menschen 

im Laufe des Lebens einnehmen. Durch unerwartete Ereignisse wie durch den 

Wechsel des eigenen Wohnortes stehen Menschen unbekannten Denkstrukturen und 

Kausalmustern gegenüber. Die Auseinandersetzung mit Ungewohntem bedeutet 

hierbei immer einen persönlichen Zugewinn. An_ima(l)gination – als sie eins wurden, 

erblickten sie neue Horizonte ist ein künstlerischer Kommentar zu den Erlebnissen, die 

Ajis Umzug aus seiner Heimatstadt Solo in Indonesien nach Berlin in Deutschland 

erfordern. 


Niyah Rosfita Dewi und Y.M. Adhimiharja sind ausgehend von Herlambang Bayu Ajis 

Linolschnitten individuelle Wege gegangen. Indem sie Motive der An_ima(l)gination 

Serie auf textilen Grund übertragen, bieten sie eine Strategie, sich die 

zusammengefundenen Eigenschaften, die Flexibilität anzueignen: Die Kleidungsstücke 

können übergestreift werden. 


Y. M Adhimiharjas Arbeit stellt eine Verknüpfung von Ajis tierischen Mischwesen mit 

Bildwerken des mittelalterlichen Malers Stephan Lochner her. Farben wie Blau und 

Rot, die der Muttergottes zugeschrieben werden, verarbeitet Adhimiharja in Holy Shit. 

Technisch holt uns Holy Shit bei den Motiven der Linolschnitte ab, führt deren 

Ornamentik weiter und nimmt uns in die Sphäre der Stickerei mit. Mehrere 

Arbeitsschichten liegen übereinander: Stickereien, Spitzen, ein Schimmern, das an 

einen Abdruck des Goldgrundes in Stephan Lochners Werken erinnert, und sogar Dewi 

hat mit Batik zu dieser Arbeit beigetragen. Holy Shit ist wie der Ausruf erstaunter 

Faszination und eine bunte Umhüllung, die einerseits an Gewänder der 

Heiligenbildnisse und Ikonen erinnert, gleichzeitig aber spielerisch mit der 

majestätischen Darstellung von Jesus und Maria umgeht. Wir sehen kein Gewand 

eines Jesus oder einer Muttergottes im klassischen Sinne. Mit Holy Shit ist Adhimiharja 

eine ironisierende Antwort auf die sakrale Erhabenheit gelungen. 


Mit der zweiteiligen Arbeit Kimo-Ya/No hat Niyah Rosfita Dewi einen Mantel in sanft 

abgetönten Farben entworfen, dessen Schnittmuster an das japanische 

Kleidungsstück erinnert welches auch der Titel assoziieren lässt. Der Titel sagt, es ist 

und es ist kein Kimono und offenbart zugleich, dass sich Dewi nicht gerne festlegt. Ihre 

Arbeit vereint die unterschiedlichen Reservierungstechniken miteinander und zeigt 

damit auch, das Batik mehr ist, als Abbinde-Batik. Für Kimo-Ya/No hat Dewi auch die 

Falttechnik Shibori und Canting-Batik, das Schreiben mit heißem Wachs auf den Stoff 

angewandt und den Stoff mit chemischen Farben eingefärbt. Im zweiten Teil der 

Arbeit Kimo-Ya/No nimmt sich Dewi fast völlig hinter dem Motiv des Krakuin aus Ajis 

Linolarbeiten zurück. Dewi erforscht miteinander verwandte Formen und Muster auch 

über das Medium Stoff hinaus und fügt dem textilen Material kleine Keramikobjekte 

hinzu. Die Farbigkeit der nicht glasierten Stücke im Rohbrand fügen sich den Farben 

des Mantels, erinnern an die ehemals mit Wachs abgedeckten Formen auf Dewis 

Batik. Kimo-Ya/No wird ergänzt durch eine ältere Arbeit, Asmara, einem 

naturgefärbten Indigoschal und somit durch eine weitere Färbetechnik erweitert. 


Die drei KünstlerInnen verbindet ein tiefes Interesse an der Wiederverwendung 

ungenutzter Materialien. Die ausgestellten Arbeiten nehmen Bezug aufeinander und 

zeigen bewusst die Inspiration die aus dem Austausch der Zusammenarbeit 

hervorging. 


 


Herlambang Bayu Aji 


Der Schattenspieler und Künstler Herlambang Bayu Aji studierte in der indonesischen 

Stadt Surakarta Bildende Kunst und schloss im vergangenen Juli an der Universität der 

Künste Berlin am Institut für Kunst im Kontext seinen Master ab. Für sein 2005 


gegründetes Schattenpuppentheater Wayang Rajakaya suchte er stets die 

Zusammenarbeit mit unterschiedlichen KünstlerInnen und MusikerInnen. Seit er in 

Berlin lebt, liegt ein Arbeitsschwerpunkt auf künstlerischen Projekten mit 

gesellschaftlichen Gruppen. Angefangen bei frühen Ölbildern, in denen eine 

gemästete Kuh symbolisch für seine damalige Heimat Indonesien und die Ausbeutung 

natürlicher Ressourcen stand, weist Ajis Arbeit heute eine Vielzahl an Tieren und 

tierähnlichen Gestalten auf. Die Mischwesen in An_ima(l)gination – als sie eins wurden 

erblickten sie neue Horizonte sind eine Weiterentwicklung früherer Tiermotive in Ajis 

Druckgrafiken. Die Ausstellung zeigt eine Serie von zehn Linolschnitten aus diesem 

Jahr. 


 


Niyah Rosfita Dewi 


Niyah Rosfita Dewi wurde in Situbondo in Ostjava geboren und lebt in Berlin. Nach 

ihrer Ausbildung arbeitete sie einige Jahre in einer Exportfirma, verlor jedoch nie ihre 

Leidenschaft für Batik aus den Augen. Dewi begann in Surabaya Techniken des 

Batikens zu lernen und nahm später im Batikforschungs- und Ausbildungszentrum 

Yogyakarta Unterricht. Heute arbeitet sie hauptsächlich als Batikerin, wobei sie 

traditionelle Motive weiterführt und neu interpretiert. Niyah Rosfita Dewi entwickelte 

charakteristische eigene Formen und Zeichen, die in vielen ihrer Arbeiten 

wiederzufinden sind. Auch ihre Modeentwürfe liegen zwischen traditioneller 

Inspiration und neuen Ideen. Neben Dewis Erfahrungsschatz an unterschiedlichen 

Techniken der Batik fasziniert die Vielfalt an Naturmaterialien, die sie oft zum Färben 

benutzt. So geht Dewi mit großer Freude zum Experiment ans Werk, wenn sie die 

Farben ihrer Umgebung in Stoffen verewigt. In den letzten fünf Jahren beschäftigt sich 

Niyah Rosfita Dewi auch mit Keramik. 


 


Y. M. Adhimiharja 


Der in Indonesien geborene Modedesigner Y. M. Adhimiharja lebt seit 2012 in Berlin. 

Sein Interesse für Textilien und Mode hegt er seit jungen Jahren und hat ihn auch 

durch sein Bachelorstudium der Biologie hinweg begleitet. 2005 wurde er mit dem 

Mercedes-Benz Asia Fashion Award in Jakarta ausgezeichnet. Erste Versuche, Biologie 

und Mode miteinander zu kombinieren, begannen in Bandung, Indonesien, wo er sein 

erstes Label gründete, das sich auf biologisches Material konzentrierte und 


handwerkliches Können mit Community-basierten Projekten verband. Berlin 

ermöglicht es ihm, seiner Leidenschaft in Zusammenarbeit mit anderen KünstlerInnen 

und KunsthandwerkerInnen nachzugehen. Adhimiharja ist an künstlerischen und 

nichtkünstlerischen Projekten in verschiedenen Ländern beteiligt. Seine Arbeiten und 

Entwürfe zeichnen sich durch Liebe zum Detail und zur Raffinesse aus, die Inspiration 

dafür findet er in der Natur und im Zusammenklang verschiedener Kulturen. 


 


Camilla Kussl, 21. Oktober 2016 


 


AN_IMA(L)GINATION.
Als sie eins wurden, erblickten sie neue Horizonte

Eine Ausstellung von Herlambang Bayu Aji mit Y.M. Adhimiharja und Niyah Rosfita Dewi
Linolschnitt trifft Batik, Stoff und Schere.

Kuratiert von Camilla Kussl
Vernissage am Freitag, 21. Oktober 2016 um 19 Uhr
Tanz-Improvisation: Katerina Valdivia Bruch
 
22. Oktober bis 20. November 2016
Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag, 13 Uhr - 18 Uhr.
art.endart, Drontheimer Str. 22/23, 13359 Berlin

Wir freuen uns auf Euren Besuch und bieten ein vielseitiges Begleitprogramm: Mit großer Vorfreude können wir zur Vernissage am 21. 10. Katerina Valdivia Bruch mit einer Tanz-Improvisation ankündigen. Während der Ausstellung wird es Workshops geben, in denen ihr in kleiner Runde gemeinsam mit den KünstlerInnen die Techniken des Linolschnitts und der indonesischen Batik lernen könnt. An drei Abenden bereiten die KünstlerInnen ein Abendessen für euch vor, bei dem ihr die indonesischen Spezialitäten probieren könnt und bei einem Glas Wein mit den KünstlerInnen über die Ausstellung ins Gespräch kommen werdet. Am 4. November wird die wunderbare Dorle Ferber unsere Ohren mit Stroh zu Gold erfreuen.
 
22. und 23. Oktober von 13 bis 17 Uhr Linolschnittworkshop mit Herlambang Bayu Aji. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
 
4. November ab 19 Uhr Indonesisches Abendessen: Bayu Aji kocht Nasi Pecel, Reis mit Gemüse, hausgemachter Erdnusssoße, gebratenem Tempe, Tofu und Spiegelei. Vegetarisch oder Vegan. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. 21 Uhr musikalischer Salon mit Dorle Ferbers Stroh zu Gold, Stimme und Violine.

5. und 6. November von 13 Uhr bis 18 Uhr T-Shirts drucken. Bringt eure T-Shirts mit. Jeder Druck 5,-€.
 
11. November ab 19 Uhr: Indonesisches Abendessen: Niyah R. Dewi kocht Sate, Lammfleischspieße in Erdnuß- und Sojasoße. Dazu gibt es Lontong, in Bananenblättern gedämpften Reis. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

12. November 2016 von 13 Uhr bis 17 Uhr Linolschnittworkshop mit Herlambang Bayu Aji. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
 
13. November 2016 von 13 bis 17 Uhr: Batikworkshop mit Niyah R. Dewi. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
 
18. November indonesisches Abendessen ab 19 Uhr: Y.M Adhimiharja kocht Tutug Tempe, sundanesischen gebratenen Reis mit Tempe und Karedok, Gemüsesalat und Pepes Ikan, in Bananenblättern gedämpftem Fisch. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

19. und 20. November 2016 von 13 bis 17 Uhr: Batikworkshop mit Niyah R. Dewi, jeweils. Bitte anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
 
Anmeldung für Workshops und Abendessen bei: [email protected]
Kostenbeitrag 10,-€ pro Person/Termin.
Weitere Information unter:
www.herlambangbayuaji.webs.com
www.koloniewedding.de/artendart/
www.facebook.com/events/1591564661147787/



Herlambang Bayu Aji lebt und arbeitet als Künstler, Maler und Grafiker seit 2010 in Berlin. Student des Instituts für Kunst im Kontext, UdK Berlin, Studium der Bildenden Kunst Surakarta, Indonesien. Schon während des Studiums entstand aus einem starken Interesse für das traditionelle indonesische Schattenpuppentheater, seine eigene Interpretation des Schattenspiels die er “Wayang Rajakaya” nennt, und die sich bewusst von den Figuren des klassischen Schattenpuppentheaters unterscheidet. Der Titel “Wayang Rajakaya” setzt sich aus dem Wort “Wayang” (Schatten) und dem Wort “Rajakaya” zusammen. Letzteres ist ein Homonym für Königreich, als auch für Nutztiere oder Vieh. Der Titel kann daher als Hommage an die kultivierte Natur verstanden werden und wird auch in Form der Figuren deutlich: Bayu Aji schafft in seinen Darstellungen eigenständige, chimäre Wesen, – Tiere mit menschlichen Zügen – welche die Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur aufwerfen.


Die Erzählungen sind nicht nur humoristisch und unterhaltsam, sondern stehen auch immer in einem symbolischen Zusammenhang mit der sozialen Realität. Bayu Aji´s Performances können daher auch als eine Art von gesellschaftskritischem Kabarett betrachtet werden. Für seine Performances kollaboriert Herlambang Bayu Aji in Indonesien und Deutschland mit unterschiedlichen Künstlern der bildenden und darstellenden Kunst.


Gegen DaVergessen! 


Die jüngste Geschichte von Indonesien und Osttimor ist von etlichen Menschenrechtsverbrechen getrübt. Doch anstatt dass die Täter vor Gericht gebracht, die Verbrechen aufgeklärt werden und die Vergangenheit aufgearbeitet wird, geraten die Menschenrechts-verletzungen langsam ins Vergessen der indonesischen Öffentlichkeit.

Gegen das vergessen! muss die Losung lauten, damit nicht nur die indonesische, sondern auch die internationale Öffentlichkeit diese Menschenrechtsverletzungen im Bewusstsein behält.

Aus der Zusammenarbeit von Herlambang Bayu Aji mit Camilla Kussl und Watch Indonesia! e.V. ist das Spiel mit dem Titel Gegen das Vergessen! entstanden. Spielerisch können wir die Geschichte von Indonesien und Osttimor nachempfinden, über die Menschenrechtsverletzungen und diejenigen, die für Gerechtigkeit kämpfen, lernen und wir können mit dem Erlernten dazu beitragen, dass solche Verbrechen in Zukunft nicht mehr geschehen.

Von der internationalen Gesellschaft fordert der Künstler mehr Aufmerksamkeit für Menschenrechtsverletzungen in Indonesien, damit diese diskutiert werden, um letztlich Druck auf die indonesische Regierung auszuüben, sie aufzuklären.
Im thematischen Mittelpunkt im Spiel Gegen das Vergessen! steht der Menschenrechtsaktivist Munir, der vor genau 10 Jahren, im September 2004, auf dem Weg nach Amsterdam vergiftet wurde.

Auf dem Spielbrett sind Inseln, auf welchen der Spieler von Dorf zu Dorf reist. Die Dörfer haben verschiedene Farben. Weiße sind die freie Dörfer, über die man hinwegziehen kann. Kommt man in ein blaues Dorf, darf man eine blaue Karte nehmen und eine Frage über Indonesien beantworten. In den türkisfarbenen Dörfern haben Menschenrechts-verletzungen stattgefunden. Wenn ein Teilnehmer in einem solchen Dorf ankommt, nimmt er eine der türkisfarbenen Karten, die die Menschenrechts-verbrechen beschreiben.

Spielt mit und lernt gemeinsam über die miteinander verwobene Geschichte von Indonesien und Osttimor und helft bei der Erinnerung gegen das Vergessen!

„Gegen das Vergessen!“ ein Spiel von Herlambang Bayu Aji, Camilla Kussl und Watch Indonesia! e.V.

Diese Arbeit wird in Taisersdorf, Owingen, Bodensee am 19. Juli 2014 gezeigt.

Multimediales Schattenspiel mit Bayu Aji


PREMIERE: Montag, den 14. März 2016, um 19.00 Uhr
WO: Kinder- und Jugendhilfezentrum Haus Conradshöhe gGmbH (Bühnenraum/Café); Eichelhäher Str. 19,13505 Berlin
INFOS: Jeder ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos. Es wird um Spenden gebeten.


»Vom 1. bis zum 14. März 2016 ist der indonesische Künstler Bayu Aji zu Gast in der Euro Akademie. Gemeinsam mit den Künstlerinnen Ruth Nentzel und Heike Gäßler, der Klasse der angehenden ErzieherInnen EZ 16/1 und mit geflüchteten Jugendlichen entwickelt er in Anlehnung an das javanische "Wayangkulit" ein zeitgenössisches Schattenspiel. Für das Projekt arbeiten die Beteiligten zumeist bei unserem Kooperationspartner im Haus Conradshöhe, dem derzeitigen Wohnort der Jugendlichen.

Bayu Aji studierte "Bildende Kunst" in der Sebelas Maret Universität in Surakarta, Indonesien, und "Kunst im Kontext" an der UDK-Universität der Künste in Berlin.
Sein künstlerisches Interesse gilt dem Schattenspiel, der Grafikkunst, der Malerei, dem Trickfilm sowie der Installation. Mit seinen zahlreichen Projekten und Ausstellungen ist er insbesondere in Deutschland, den Niederlanden und Indonesien vertreten.

Bayu Aji‘s Schattenspiele sind multimedial gestaltet und verbinden traditionelles "Wayang kulit" mit zeitgenössischen Formen. Hier verbinden sich Elemente der visuellen Künste mit Stimme, Sound, javanischer Gamelanmusik, Stop-Motion, Video, Tanz und Bewegung. Mit der Kreation seiner zeitgenössischen Schattenspielfiguren "Wayang Rajakaya" hat er zudem einen eigenen Stil geschaffen.


Die Schattenspielgeschichte von Bayu Aji und der Klasse EZ 16/1 nimmt Bezug auf die zunehmende Zerstörung des Regenwaldes in Indonesien. Sie erzählt von der Ausweitung der dortigen Palmölplantagen.


Immer wieder brechen für die Palmölgewinnung kleinere und größere Feuer aus. Die Bäume und Pflanzen der Tropenwälder verbrennen. Der Lebensraum der Tiere wird zerstört. Die heimatlos gewordenen Tiere machen sich nun mit einem selbstgebauten Flugzeug auf die Reise – und suchen nach einem neuen Ort für sich und ihre Freunde. Dabei erleben sie so einige Abenteuer … «


mehr Infos unter: http://www.euroakademie.de/de/standorte/berlin/aktuelles.html




Schade, dass es schon vorbei ist! 

Ja, meine Ausstellung endete am Sonntag, den 7. Februar 2016. Ein Monat lang habe ich über 70 Wayang- oder Schattenpuppenfiguren, drei Videos und Fotos von verschiedenen Projekten im Projektraum Art.endart, in der Drontheimer Str. 22-23 in Wedding ausgestellt. 

Diese Ausstellung war für mich eine sehr schöne Erfahrung, weil so viele nette Leute mitgeholfen haben. Von der Vorbereitungen, bei Veranstaltungen und auch beim Abbauen hatten wir Spaß und eine super Stimmung. Ich konnte all meine Idee in dieser Ausstellung umsetzen, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

Ich war die ganze Zeit frei, wie ich alles machen wollte. Der Projektraum hat mich dabei unterstützt. Sie sagten „Wir haben hier keine Problem, wir haben nur Lösungen.“ Diesen Satz werde ich nie vergessen. Unterschiedliche Veranstaltungen wie indonesische Abendessen, Wayang Workshops, Ausstellungsführungen und eine Wayang Aufführung fanden in der Ausstellung statt. Wir haben super Feedback bekommen. Danke Art.Endart. Solch eine Ausstellung mit so schöner Stimmung möchte ich immer wieder machen.

Berlin, den 10. Februar 2016
Herlambang Bayu Aji

Diese schönen Bilder sind von unserem Schattenpuppen-Workshop am 9. Januar 2016 von 13 Uhr bis 17 Uhr in Art.endart Galerie, Dronteheimer Str. 22 - 23, Wedding.


Der Schattenpuppen-Workshop findet während der Ausstellung(9.1. - 7.2.2016) jeden Montag und Freitag von 12 Uhr bis 16 Uhr statt. An den Workshops können auch Gruppen, wie Schulklassen, ab 7 Jahren alt und mit bis zu 10 Kindern teilnehmen. Der Workshop dauert vier Stunden und kostet 20,- € pro Person, inklusive Material und Werkzeug. Für Gruppen ab fünf TeilnehmerInnen können auch andere Tage und Zeiten vereinbart werden.


Ihr könnt euch bei mir für den Workshop anmelden, also unter: [email protected]




Während der Ausstellung werden verschiedene Veranstaltungen stattfinden sowie Schattenpuppentheater, indonesische Abendessen und Workshops.


Der Schattenpuppen-Workshop findet während der Ausstellung jeden Montag und Freitag von 12 Uhr bis 16 Uhr statt. An den Workshops können auch Gruppen, wie Schulklassen, ab 7 Jahren alt und mit bis zu 10 Personen teilnehmen. Der Workshop dauert vier Stunden und kostet 20,- € pro Person, inklusive Material und Werkzeug. Für Gruppen ab fünf TeilnehmerInnen können auch andere Tage und Zeiten vereinbart werden.


Die Workshops beinhalten eine Demonstration der Schattenspieltechnik und das Bauen und ausprobieren eigener Schattenfiguren.


Unsere indonesischen Abendessen werden dreimal in der Galerie Art.endart stattfinden. Seit Herlambang Bayu Aji in Europa lebt, hat er begonnen, das Kochen indonesischer Gerichte für sich zu entdecken. Frühere Erfahrungen mit seiner Mutter, die einen kleinen Imbiss in der indonesischen Stadt Solo hatte, inspirieren ihn, das Kochen auszuprobieren. Rezeptbücher und indonesische Freunde die in Berlin wohnen, werden ebenso zurate gezogen.


Samstag der 16. Januar, Rendang Dangdut: in Kokosmilch geschmortes Rindfleisch, das mit verschiedenen Gewürzen wie Koriander, Pfeffer, Ingwer, Galgant, Tamarinde, Kaffir-Limettenblätter, Salam Blätter und Zitronengrass abgeschmeckt wird. Unser Rendang wird mit Wirsinggemüse und Reis serviert. An diesem Abend werden sie Rendang in Begleitung von Dangdut Musik schmecken. Dangdut ist ein indonesisches Musikgenre, das von indischer Musik beeinflusst wurden und in Indonesien große Popularität genießt.

Samstag der 23. Januar, Gado-Gado Gamelan (vegetarisch und vegan): Gado-Gado ist ein Salat aus verschiedenen Gemüsen wie Kartoffeln, Karotten und Weißkohl mit Tofu, Tempe(fermentierte Sojabohnen) und selbstgemachter Erdnusssoße. Gado-gado Gamelan bedeutet dass wir an diesem Abend mit Gamelan-Musik als Musikbegleitung servieren. Die Gamelan-Musik wählen wir aus verschiedenen Regionen in Indonesien wie Java und Bali aus.


Samstag der 30. Januar, Bakso Populär: Bakso Populär meint hier eine sehr bekannte indonesische Suppe mit Fleischklößen aus Rind- und Hühnerfleisch mit Reis- oder Lockennudeln, Sojasprossen und Sawi-Kohl. Dazu werden gefüllte und gebratene Tofu-Stücke und Blätterteigtaschen serviert. An dem Abend spielen wir indonesische populäre Musik, aus den 60-er bis 90-er Jahren.

Für die Gäste, die gern scharf essen, servieren wir Sambal, eine selbstgemachte Chilipaste. Zu jedem Abendessen reichen wir javanischen Tee. Für Sie, die gern Bier oder Wein trinken, können sie dies an der Bar der Galerie kaufen.

Jedes Abendessen kostet 10,- € pro Person. Wir haben eine begrenzte Gästezahl bis 10 Personen. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung.




Jamakakarta – das Land der Affen

ein partizipatives künstlerisches Projekt



Der alte Affenkönig von Jamakakarta wird von seinem Widersacher auf hinterlistige Weise beseitigt, so dass dieser den Thron des Landes besteigen kann. An seinem Ziel angekommen, beginnt der neue Affenkönig ein Leben im Überfluss, während sich die humanitäre Situation der Affenbevölkerung drastisch verschlechtert. Die Tochter des alten Königshauses lebt gefangen im Affenschloss und kann die Geschehnisse in ihrem Affenreich nur beobachten. Da begegnet ihr eines Tages ein fremder Affe, der ihr seine Hilfe anbietet. Werden sie es gemeinsam schaffen, das Affenvolk gegen den Despoten zu mobilisieren?


Anhand von Medienberichten über aktuelle Geschehnisse in Indonesien haben wir mit der Materialsammlung begonnen und die Grundlagen der Geschichte vorgezeichnet. Um unsere Kritik an Politik und Machenschaften von Politikern sowohl in Indonesien als auch in Deutschland auszudrücken, haben wir uns der Form des Märchens bedient. nMit dem indonesischen Schattenfigurentheater Wayang haben wir ein Medium gewählt, das seit jeher für kritische Kommentare in Gesellschaft und Politik genutzt wird. Wir sind indonesische und deutsche Studenten und Aktivisten aus Berlin. Unser partizipatives Projekt ist unter der künstlerischen Leitung von Herlambang Bayu Aji und in Zusammenarbeit mit Watch Indonesia! e.V. entstanden.


Premiere: 14.8.2014 19.00Uhr

Theaterhaus Berlin Mitte

Wallstraße 32

10179 Berlin


Eintritt frei


Gefördert durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit, Berlin

mit freundlicher Unterstützung durch

das Theaterhaus Berlin Mitte und dem ethnologischen Museum Dahlem

Video: https://www.youtube.com/watch?v=7WfnLM7MOMs




WELTKARTE INTERNATIONALES BERLIN

Ich als Ausländer, der nicht aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union kommt, brauche eine Aufenthaltserlaubnis, auch Aufenthaltstitel genannt, wenn ich mehr als 3 Monate in Deutschland verbringe. Ob ich soziale Arbeit mache (wie ich es 2008 am Bodensee gemacht habe), studiere, mit meiner deutschen Familie wohne (wie jetzt) oder arbeite – um einen Aufenthaltstitel zu beantragen musste ich zur Ausländerbehörde gehen. Meinen vorherigen Aufenthaltstitel hatte  in der Ausländerbehörde in Überlingen am Bodensee beantragt. Überlingen ist eine kleine Stadt in Süddeutschland. Die Ausländerbehörde ist auch ziemlich klein. Im Oktober 2010 bin ich mit meiner Frau nach Berlin gezogen. 2011 musste ich neuen Aufenthaltstitel in der Ausländerbehörde in Berlin beantragen. Das bedeutet, dass ich schon des Öfteren mit der Ausländerbehörde zu tun hatte. Sie befindet sich am Friedrich-Krause-Ufer 24 13353 Berlin.

Schon bei meinem ersten Besuch ist mir etwas aufgefallen und zwar, dass ich nicht ergründen konnte, nach welchem Kriterium die Behörde die Länder in Gruppen zusammenfast. Ich ging zum Friedrich-Krause-Ufer 24. Dort habe ich am Empfang gefragt, in welchen Raum ich gehen soll, um mein Aufenthaltstitel zu beantragen. Der Herr am Empfang frug mich nach meinem Herkunftsland. Nachdem ich ihm geantwortet hatte, wies er mir den Raum.  Als ich im Warteraum war ist mir sofort die Einteilung der Ausländerbehörde für die Bewerber nach Ländern aufgefallen.

Die Ausländerbehörde in Berlin nennt diese Einteilung ein Gebäudeleitsystem. In Form eines bunten Plans weist es den Besuchern an, wo sie hin müssen. Je nach Herkunftsland müssen Antragsteller in unterschiedliche Bereiche. Die Einteilung der Ausländerbehörde ist jedoch unsichtbar gestaltet denn die Kriterien, nach denen die Länder einer Gruppe zugeteilt wurden sind nicht ersichtlich.

Dieses Projekt ist der Versucht diese unsichtbaren Faktoren zu ergründen und die Einteilung neu inszeniert zu visualisieren. Die Einteilung wird aus dem Leitsystem auf eine politische Weltkarte aus Plexiglas und Ölfarbe übertragen und sichtbar gemacht. In dieser Weltkarte richtet sich aber die Größe eines Staates an der Größe der Gruppe von Menschen, die aus dem jeweiligen Land in Berlin leben. 

Dieses Projekt findet im Rahmen des Seminars „Unsichtbare Gestaltung“ bei Michael Fehr, Sommer Semester 2013 am Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste, Berlin statt.
Bei der Farbgebung der Weltkarte orientiere ich mich ebenfalls an der Farbgebung des Gebäude Leitsystems, das bedeutet, ein Land, das zum gelben Warteraum gehört wird auch auf der Karte gelb eingefärbt. Folgende Einteilung nutzt das Gebäude Leitsystem der Ausländerbehörde:

Haus A
2. Etage Zimmer 8: Asylangelegenheiten, Duldungen, Humanitäre Aufenhalte (Namen: A – H) (Farbe: Hellgrün)
3. Etage Zimmer 9: Asylangelegenheiten, Duldungen, Humanitäre Aufenhalte (Namen. I – Z) und Staatsangehörige aus Vietnam mit Duldung und Aufenthaltsgestattung (Namen: A – Z). (Farbe: Hellgrün)
4. Etage Zimmer 1: Einreise (Visaverfahren aus dem Ausland) (Farbe: Lila)
Haus B
1. Etage Zimmer 2: Studierende und Wissenschaftler aller Länder und deren Familienangehörige, Sprachschüler; Staatangehörige aus der Schweiz und deren Familienangehörige; Familienangehörige von Bürgern der EU und EWR mit andere Staatsangehörigkeit (Farbe: Hellblau)
2. Etage Zimmer 4: Armenien, Aserbaidschan, Belarus, China, Georgien, Kasachstan, Russische Föderation, Kirgisistan, Macao, Moldawien, Tadschikistan, Taiwan, Thailand. Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Vietnam. (Farbe: Gelb)
3. Etage Zimmer 7: Türkei (Farbe: Rot)
Haus C
Erdgeschoss Zimmer 3: Neueinreisen, Passbeschaffung, Rückführung (Farbe: Grau)
1. Etage Zimmer 3: Afghanistan, Ägypten, Algerien, Bahrain, Indonesien, Irak, Iran, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Pakistan, Palästina, Philippinen, Saudi Arabien, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien, Tunesien, Verein. Arab. Emirate (Farbe: Orange)
2. Etage Zimmer 6: Zentral- und südafrikanische Staaten, Israel und übriges Asien, Nord -, Sud- und Mittelamerika, Australien, Neuseeland und Ozeanien (Farbe: Grün)
3. Etage Zimmer 5: Albanien, Bosnien Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien (Farbe: Blau).
Die Verteilung folgende Länder ist sehr schwer zu verstehen. Sie ist weder vollständig alphabetisch, geografisch, politisch, historisch, wirtschaftlich noch religiös orientiert. Zum Beispiel Indonesien ist zusammen in einer Gruppe mit Philippinen als südostasiatische Länder in Haus C 1. Etage Zimmer 3, aber Thailand ist nicht dabei. Thailand ist zusammen mit den meisten ehemalig kommunistischen Ländern in Haus B 2. Etage Zimmer 4. Aber Thailand selber und ebenso Taiwan sind keine ehemaligen kommunistischen Länder. Die ehemals jugoslawischen Länder sind in Haus C 3. Etage Zimmer 5 aber komischerweise ist Albanien auch in dieser Gruppe. Albanien ist kein ehemaliges jugoslawisches Land. Indonesien ist zusammen mit anderen arabischen Ländern aber die Philippinen sind in der selben Gruppe obwohl die Mehrheit ihrer Bevölkerung katholisch ist. 

Die Weltkarte wird alle Länder zeigen, die im Gebäudeleitsystem der Ausländerbehörde vorkommen. Die Intension dahinter ist das sichtbar machen der scheinbar unsystematischen Einteilung der Länder. Es soll ebenfalls der offizielle und nutzungsorientierte Blick der Behörde visualisiert werden. Die Länder werden mit der Farbe eingefärbt, der sie auch laut des Gebäudeleitsystems zugeordnet wurden. Beispielsweise sind die Länder Armenien, Aserbaidschan, Belarus, China, Georgien, Kasachstan, Russische Föderation, Kirgisistan, Macao, Moldawien, Tadschikistan, Taiwan, Thailand, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Vietnam in Haus B in der 2. Etage im Zimmer Nummer 4. All diese Länder werden gelb eingefärbt.


Die Größe der Länder auf meiner Weltkarte wird nicht maßstabgetreu wiedergegeben. Diese richtet sich nach der Größe der Gruppe von Migranten aus diesem Land in Berlin. Was mich dabei interessiert, ist die Wichtigkeit der jeweiligen Gruppe für die Behörde. Außerdem möchte ich zeigen, wie viele Migranten aus den jeweiligen Staaten in Berlin leben.


Hierfür benutze ich die Datei des Zensus am 31. Dezember 2012 der Stadt Berlin. Die Türkei wird großer als Indien abgebildet sein, obwohl natürlich Indien großer ist als die Türkei. Einige Lände, die durch diese Größenübertragung zu klein wären, werden symbolisch durch Punkte dargestellt und deren Namen werden aufgeführt. 


Auch wichtig ist, ich möchte durch diese Weltkarte zeigen, dass Berlin so bunt und so schön ist.

Hier sind die Weltkarte (Oben), das Gebäude Leitsystem der Ausländerbehörde  bis 2014 (Mitte) und das neues Gebäude Leitsystem der Ausländerbehörde seit 2014 (Unten).

Guruku – Mein Lehrer


Schattenpuppen- und Papierschnitt-Workshop von Herlambang Bayu Aji mit der Klasse 5B, Heinrich Zille Grundschule, Kreuzberg, Berlin.


Das Projekt fand im Rahmen des Seminars „Tagore – Museum in Berlin – wurde im Rahmen der Ausstellung „Tagore's Post Office“, mit der Klasse 5B der Heinrich Zille Grundschule vom 28. Mai bis 25. Juni 2014 durchgeführt. Die Ausstellung selbst fand von 29. März bis 1.Juni 2014 in der NGBK in Kreuzberg statt.


Durch das Projekt habe ich Texte über Rabrindranat Tagore(1861-1941) gelesen. Eine von vielen seiner Rollen in seiner Umgebung und Gesellschaft war es ein guter Lehrer zu sein. Für Tagore war Bildung in der Gesellschaft sehr wichtig und er hat angefangen, seine Ideen über Bildung für seine Kinder umzusetzen. In seinem Buch „Rabindranath Tagore mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Martin Kämpchen“, schreibt Kämpchen, dass Rabindranath Tagore in Silaida seine Kinder nicht in die Schule schickte, sondern Lehrer anstellte. Diese wohnten bei Tagore und unterrichteten dessen Kinder. Tagore entwickelte seine eigenen Lehrmethoden gab diese an die Lehrer, die in seinem Haus lebten, weiter. Tagore war ein Lehrer und Reformpädagoge und gründete in Santiniketan eine Schule. Martin Kämpchen beschreibt Tagores Gedanken in seinem Buch. Bildung sollte nicht nur auf eine Karriere als Kolonialbeamte vorbereiten und nur allgemeine Wissensfächer beinhalten, sondern die Schüler sollten praktisches Wissen für ihr Leben erlangen(S. 57).


Christine Kupfer, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin im Scottish Centre of Tagore Studies (ScoTs) an der Edinburgh Napier University, zitiert in ihrem Buch „Bildung zum Weltmenschen“ aus einem Brief von Rabindranath Tagore an seinen Freund Jagadish Chanra Bose: „Ich kann nicht die richtigen Lehrer finden. Es zeigt sich unmöglich, heutige Praktiken mit gestrigen Idealen zu verbinden“ (Tagore, Rabindranath 2006, My Live in My Words, Herausgeben von Uma Das Gupta, New Delhi: Penguin Viking. Seite 138)


Das Wort Guru kommt aus dem Indischen und meint religiöser Lehrer im Hinduismus(als Verkörperung eines göttlichen Wesens verehrter). Guru bedeutet auch Lehrerin oder Lehrer auf Indonesisch. In diesem Workshop haben wir nicht nur über formelle Lehrer in einer pädagogischen Institutionen, wie Schule, Universität oder Ausbildung, sondern auch über informelle Lehrer, die keiner pädagogischen Institutionen angehören gesprochen. Lehrer, die wir in unserer Familie, in unserer Umgebung, in einem Sportverein, beim Nachgehen unserer Hobbys oder in unserer Fantasie finden können.


Zu Beginn des Workshops wurde den Schülern und der Klassenlehrerin Fragen gestellt, wie: Was ist ein guter Lehrer/ eine gute Lehrerin? Was sollen sie machen und was nicht? Wie und was wünschen sich die Schüler von ihren Lehrern zu lernen? Wie soll ein/eine Lehrer/_in aussehen und unterrichten? Gibt es Normen für Lehrer/_innen in der Gesellschaft und für das, was sie machen und nicht machen dürfen? Wie soll ein guter Unterrichtsraum sein?

Das Ziel dieser Fragen war es herauszufinden, welchen Merkmalen von Lehrern die Schüler besonders große Bedeutung beimessen, welche Themen sie am liebsten lernen möchten und wie sie ihrer Meinung nach am besten lernen können?

Wir dürfen überall wohnen, 
weil die Erde uns allen gehört

Herlambang Bayu Aji
Offset Druck auf Papier
DIN A2 = 42 x 59,4 cm
2013

Dieses Projekt ist ein Comic-Plakat über eine Unterhaltung zwischen zwei Feldsperlingen aus China und einem Haussperling aus Deutschland. Es geht um eine Flüchtlings-Aktion gegen Abschiebung am Oranienplatz, Kreuzberg. Dieses Projekt findet statt im Rahmen des Seminars „Occupy Reloaded“ von Thomas Killper. Das Comic-Plakat wird farbig auf Papier mit Groß DIN A2 gedruckt.

Mein Ziel ist, dass Leute sich durch dieses Comic-Plakat kritisch mit dem Thema Abschiebung auseinander setzen, dass sie Flüchtlings-Aktionen gegen Abschiebung unterstützen und darüber sprechen. Ich möchte mich nicht nur an Erwachsene sondern auch an Kinder wenden. Deshalb lasse ich in meinem Comic-Plakat Vögel (Tiere) zu Wort kommen. Ich finde es wichtig, dass auch Kinder mit diesen Themen vertraut werden. Wir sind alle Menschen. Es gibt eigentlich keine Grenzen, die gibt es nur in der Politik und in unseren Köpfen.

Der Reis, du und ich in Berlin

22 Minuten

2013



Dieses Projekt ist eine empirische Suche nach gelebter Reiskultur in Berlin. Ich habe mich in eine empirisch-ethnologische Perspektive begebent und beobachtet, welchen Stellenwert Reis im gelebten Alltag von Einwanderern hat, deren Heimatkultur mit Reis zu tun hat. Dazu wandteendete ich teilnehmende Beobachtung an und führte freie Interviews durch.


Es ist ein Interviewen über Reis in Berlin und ist unter anderem im Film künstlerisch umgesetzt. In diesem Projekt ist nach der Beziehung zwischen den Projektteilnehmern und Reis gefragt.


Für mich ist Reis mehr als eine Beilage zum Essen. Reis hat in Indonesien, meinem Herkunftsland, alle anderen kohlenhydrathaltigen Lebensmittel wie Sago, Maniok oder Weizen ersetzt. Dadurch hat Reis auch für mein Leben einen speziellen Stellenwert bekommen.


Berlin ist bekannt als multikulturelle Stadt, in der viele Immigranten aus der ganzen Welt leben. In anderen Ländern oder Kulturen, zum Beispiel in meiner Heimat Indonesien, ist Reis wichtig im Alltag. Durch die politische Entscheidung, Reis als Hauptnahrungsmittel durchzusetzen, ist Reis zu einer Art Lebenseinstellung geworden. Die Menschen sagen: Wenn ich noch keinen Reis gegessen habe, habe ich noch nicht gegessen.


Das Projekt ist ein Film über Reis mit zwei unterschiedlichen Teilnehmerinnen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, die in Berlin wohnen. In diesem Fall ist der Hintergrund indonesische Kultur.


Der Film zeigt Interviews zwischen Projektteilnehmerinnen und mir. In diesem Interview habe ich nach der Beziehung zwischen Projektteilnehmerinnen und Reis gefragt. Die Videoaufnahme dauerte pro Teilnehmerin einen Tag. Der Film ist 22 Minuten lang und farbig mit Ton.


Des Weiteren arbeite ich für dieses Projekt mit einer Freundin, Ulrike Folie aus Südtirol, zusammen, die ebenfalls in Berlin wohnt. Sie hat mir bei der Aufnahme geholfen. Die Teilnehmerinnen sind Alifah P. und Ciska J.


Der Reis, du und ich in Berlin

Ich bin in Indonesien geboren und aufgewachsen. Dort esse ich normalerweise dreimal am Tag Reis als Beilage. So lang man will und es sich leisten kann, isst man Reis zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Als ich 2005 das erste Mal für drei Monate nach Deutschland gegangen bin, sagte meine Mutter „was wirst du denn in Deutschland essen, nimm doch 5 kg Reis mit!“. Als ich aber in Deutschland angekommen bin, habe ich Reis doch vermisst.

Zum Glück kann ich hier in Berlin überall einen asiatischen Markt finden. Ich kann Reis in verschiedenen Sorten und von unterschiedlicher Herkunft kaufen. Außerdem findet man auch Reisprodukte in normalen Supermärkten in Berlin. Hier findet man auch verschiedene Imbisse und Restaurants, wo man Reis verschieden zubereitet essen kann.

In dem Interview ist die Beziehungen zwischen Teilnehmern und Reis in Berlin sichtbar geworden.